Evangelische Gemeinschaft

Über uns

Die Anfänge der Gemeinschaft Beienbach gehen in dem Buch "Die Gnade bricht durch" von Jakob Schmitt, auf das Jahr 1832 zurück. Auch hat Adolf Kühn bei der Einweihung des Erweiterungsbaus am 12.5.1978, des BK-Jugendfreizeitheimes Beienbach von seinem Vorfahren erzählt, der vor mehr als 150 Jahren die Gemeinschaft Beienbach gegründet hatte. Mündliche Überlieferung von Luise Daub gehen ebenfalls auf das Jahr 1830 zurück. Somit ist die Gemeinschaft Beienbach die älteste Gruppierung in Beienbach . Adolf Kühn hat von diesem Gründer der Gemeinschaft Beienbach vieles festgehalten:

Der Gemeinschaftsleiter war Lehrer Wilhelm Kühn( aus Bürbach), in Beienbach. Er kam von Nauholz, und nahm die Stelle in dem Dörfchen Beienbach an. Lassen wir in doch selbst sprechen:

Die Beienbacher nahmen ihren neuen Lehrer freundlich auf, nicht nur mit Worten, sondern auch mit tätiger Hilfe. Bei den Tischzeiten beobachtete er, wie die Hausfrauen wetteiferten in der Aufwartung. Und die Kinder? Beienbach lag ja nicht so weit von Nauholz, als daß nicht längst manch gutes Wort über den Lehrer über die Berge gekommen wäre. Er hält ganz und gar auf Ordnung, auf Sauberkeit , Pünktlichkeit und Fleiß: so wußte es schon jeder. Daher war auch der Anfang gleich so bestimmt, so klar und gewiß, die Aufteilung des Stoffes und die Behandlung, die Aufgaben und alle Anordnungen. Die Kinder gingen freudig mit, voll guten Willens, daß doch der neue Lehrer mit ihnen allen sein möchte. Eltern und Kinder wußten es bald, daß mit ihm ein Segen in ihr Dorf eingekehrt war. Denn das Elternhaus spürte es bald, wes klare und dabei gütige Art des Unterrichtens weckte Wilhelm bei den Kindern einen überraschend lebhaften Eifer. Er drohte nicht, forderte nicht: der freie Willen kam ihm entgegen. Jeder tat seine Pflicht, weil eine wundervolle Freudigkeit, und sie ist doch immer noch die beste Lehrmeisterin. Niemand kam mehr auf den Gedanken, sein Kind für die Feldarbeit beurlaubt zu wissen. Keine Schulversäume mitten im Sommer. Was das bedeutet, vermag keiner heute ganz zu ermessen, wenn man auch weiß, wie sehr das Schulwesen zu jener Zeit noch im argen lag.

Bei einer öffentlichen Schulprüfung zeigten sich die schönen Ergebnisse des Lerneifers; und der Erfolg gab dem Lehrer und seinen Schülern neuen Ansporn zu Arbeit. Der tiefste Grund für solchen gesegneten Unterricht lag wohl in dem Vertrauen, das Lehrer und Kinder verband.

Ein andermal brachte er für seine Kinder ein gutes Buch mit, das der Reihe nach zu Hause lesen durften. Die Knaben förderte es soweit, das die meisten nach Siegen in die Sonntagsschule (freiwillige Schule Berufsausbildung) gingen, in der viele schon das erste Jahr eine Prämie erhielten. So wirkte er immer anregend. Er war nimmermüde, über die Gestaltung seines Unterrichts nachzudenken; und die natürliche Begabung zu seinem Amt wies ihn Wege, die verdient hätten, als segensreiche Schulreform gewürdigt zu werden. Aber der Lehrer von Beienbach dachte nur an seine eigene Schule, nur seinen Kindern und ihren Elternhäusern fühlte er sich verantwortlich. Nach der jährlichen Konfirmation fand in der Schule zu Beienbach eine Entlassungsfeier für die Konfirmanden statt, an der die Eltern teilnahmen. Hier kam dann zum Ausdruck, was solch treue Sämannsarbeit bedeutet. Eine einzige Dankbarkeit lag in Herz und Hand, ein einziges Vertrauen, eine tiefe Verbundenheit in der Gesinnung, im Glauben, im Fühlen und im Wollen. Diese Feierstunde war ein Höhepunkt im Schuljahr und blieb allen, dies sie miterlebten, unvergessen.

Im Jahr 1835 wurde der Wandeltisch abgeschafft. Der Lehrer bekam 85 Taler Gehalt. Für Kost und Logis zahlte er 40 Taler. Nun war er ganz auf eigene Füße gestellt, war unabhängig von anderer Gunst. Das gab ihm ein bescheidenes Maß von Selbstvertrauen. Jetzt brauchte er nicht mehr Knecht zu sein. O wie fühlte er sich innerlich frei und zufrieden! Es waren doch bittere Jahre gewesen, da er der Besenbinder und Drescher, der Weber und Holzsäger, der Kohlenbrenner und Grasmäher sein und dabei schmerzlich empfinden mußte, daß seine geliebte Schule ihn fast traurig und vorwurfsvoll anschaute mit der Frage: Ist es recht, daß du deine Kraft, die mir gehören müßte, verzehren mußt im Dienste anderer? - Aber das war ja nun vorbei, jetzt gehörte sein ungeteiltes Herz der Schule und - dem Dienst seines höheren Herrn und Meisters, so oft er sich dazu gerufen fühlte.

Es war im Dörflein Beienbach ein alter, rechtschaffener Mann; krank und hilflos lag er auf seinem Bette. "Diesen bewährten Christen", so erzählte Wilhelm, "besuchte ich täglich nach Beendigung der Schule." Nun fand in der Gemeinde an jenem hoffnungslosen Tag eine Verlobung statt. Ich schrieb eine Bittschrift an das Brautpaar und seine Gäste und schilderte darin die Not des alten, kranken Mannes und sie herzlich, bei der Freude und dem Essen und Trinken doch des Armen nicht zu vergessen. Diesen Brief sandte ich durch einen Boten an das junge Paar, und siehe da: drei Taler und etliche Groschen wurden mir ausgehändigt.

Zehn Tage darauf ging er heim. Nun bedurfte er keiner menschlichen Hilfe mehr. Es war an einem Sonntagmorgen. Wilhelm befand sich auf dem Weg zur Schule, um das Lied für den Gottesdienst anzuschreiben. Da hörte er daß die Frau eines armen Tagelöhners während der Nacht gestorben sei. Nach dem Gottesdienst machte er sich auf den Weg nach Dreisbach. So kam es, daß er mitleidige Augen fand und gebende Hände. Niemand versagte sich ihm. Er aber eilte zurück mit sieben harten blanken Talern und mir der Zusicherung, daß dem armen Mann eintausend Pfund Kartoffeln gebracht würden. O ihr lieben Menschen, seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist!

Wenn ihm die Leute dankten, dann wehrte er bescheiden ab: "Es ist des Rühmens kein Nütze, ich will mich lieber meiner Schwachheit rühmen." Dennoch erfüllte es ihn mit Freude, daß seine Schule zu den besten im Kirchspiel gezählt wurde. Und diese Zeit war die schönste und freudenreichste seines Lebens.

Die Gemeinschaft Beienbach hat sich regelmäßig unter Gottes Wort versammelt. Sie trafen sich oft in den Privathäusern, oder in der Schule.Auch kamen Geschwister aus den Nachbargemeinden, wie Brauersdorf, Obernau, Nauholz, und Eschenbach. Man richtete eine "Umlaufende Stunde" ein, wo an bestimmten Sonntagen in den genannten Orten die Versammlung war. Um die Jahrhundertwende war in Beienbach eine Erweckung. Viele Menschen kamen zum Glauben an Jesus Christus. Es entstand auch ein gemischter Chor. Dieser Chor hat bis 1971 seine Dienste für den Herrn getan. Fast das ganze Dorf ging in die Bibelstunden. Auch wurden Gebetsstunde regelmäßig abgehalten. Die Gemeinschaft Beienbach wird vom Gemeinschaftsverband aus betreut, der den Sitz in Siegen hat.

Heute, im Jahre 1997, versammelt sich immer noch ein (kleiner) Kreis um Gottes Wort. Alle Gemeinschaftsleiter seit 1832 sind nicht mehr nachvollziehbar, jedoch war bis 1953 Wilhelm Ahl,bis 1976 Robert Daub, und ab 1976 Karl-Erich Daub Gemeinschaftsleiter.

Aus der Gemeinschaftsarbeit heraus entstand auch die Sonntagsschule: In Beienbach begann die Sonntagsschularbeit im Sommer 1939, nachdem der Religionsunterricht, der bis dahin eine zentrale Stellung in der Schule einnahm, von dem damaligen Lehrer nicht mehr erteilt wurde. Er setzte nicht nur den Religionsunterricht ab, er verbrannte auch alle christlichen Schriften und Bücher, weil nun "eine neue Zeit" mit der NSDAP angebrochen sei. Trotz seiner Ablehnung des christlichen Glaubens bereitete er der Sonntagsschularbeit keine Schwierigkeiten. Aufgrund des Kapellenrechtes der ev. Kirche konnte die Sonntagsschule das Schulgebäude ungehindert und ohne Unterbrechung bist heute getan werden. Die ersten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren Emmi Ahl, Friedericke Flender, Meta Bender und Friedrich Daub. Einen großen Verlust erlitt dir Sonntagsschule durch den frühen Tod des damaligen Sonntagsschulleiters (1957) Friedrich Daub. Er hatte die Sonntagsschule in seiner Zeit maßgebend geprägt. Es ist Gott zu danken, daß er in Heinrich Stücher und Robert Daub verantwortliche und treue Nachfolger gab. Danach arbeiteten in der Sonntagsschule mit (zeitlicher Reihenfolge): Else Braach, Irma Stücher, Heinrich Stücher, Robert Daub, Karl-Otto Flender, Margret Flender, Irmgard Stücher, Gisela Stücher, Hannelore Flender, Friedrich Flender, Birgit Sollondz. Heute sind es Irmgard Sollondz und Karl-Erich Daub.

Früher gingen alle evangelischen Kinder des Ortes auch in die Sonntagsschule Die höchste Besucherzahl des Sonntagsschule wurde in den fünfziger Jahren mit über 40 Kinder erreicht. Sie kamen um 14 Uhr zusammen. Später, in den sechziger Jahren, bildete man zwei Unterrichtsgruppen, die sich jeweils um 10 Uhr und 11 Uhr Sonntag morgen einfanden. Heute besuchen etwa 13 Kinder die Sonntagsschule. Da nicht alle regelmäßig kommen sind meistens nur 4-7 Kinder anwesend. Mit Gottes Hilfe möchten wir diese Arbeit weiter tun. Wir wollen die frohe Botschaft von JESUS, dem Retter, den Kindern ins Herz säen. Gott lasse die Saat wachsen und gedeihen und daraus eine ewige Ernte werden.

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